Coaching ist ein relativ junges Angebot. Entsprechend findet man in der Literatur, aber auch im Internet vielfältige Hinweise darauf, was Coaching „eigentlich“ ist. Kann man also davon ausgehen, dass „der Mann auf der Straße“ im Bilde ist? Oder können auch Missverständnisse weitverbreitet sein? Was denken Laien tatsächlich über Coaching?
Die Wirtschaftspsychologin Melanie Klaes ist dem in ihrer Bachelorarbeit an der Hochschule Fresenius in Köln nachgegangen. Was die Sozialpsychologie im Laufe der Jahrzehnte über das Laienverständnis zutage gefördert hat, ist ernüchternd. Menschen bedienen sich im Alltag vor allem stereotyper Schemata und sogenannter Heuristiken, also sogenannter „Daumenregeln“. Dieses „Pi mal Daumen“ spielt auch für die Beurteilung von Coaching eine Rolle, wenn man es nicht wirklich genau weiß. Menschen suchen dann nach Vergleichen und Ankern, um sich ein Bild zu machen. Wer den Coach nur aus dem Sport kennt, und viele Menschen beziehen relevante Informationen über die Welt aus den Medien, wird in Bezug aufs Wirtschaftsleben hier also zur Metapher greifen: So wie ein Fußballtrainer … Damit werden dann weitere Attribute, wie so jemand sein muss und wie er arbeitet, aktiviert – denn im Wirtschaftsleben, das ist klar, wird ja nicht Fußball gespielt.
Die Rolle als Coach hinterfragt
Melanie Klaes hat mit 20 Personen aus dem Köln-Bonner-Raum problemzentrierte Interviews geführt. Sie fragte nicht nur nach deren Coaching-Verständnis, sondern auch danach, wann und wozu man Coaching brauche. Ebenfalls ließ sie sich einen Coach als Person und den Besuch bei ihm beschreiben.
Die Ergebnisse zeigen, dass die Befragten Laien nicht genau zwischen Coaching und anderen Beratungsformaten differenzieren. Der Hälfte der Befragten ist der Begriff aus dem Sport geläufig. Sie interpretieren Coaching ganz allgemein als eine „Hilfeleistung“. Da liegt es nahe, den Coach auch als „Experten“ zu sehen (70%). Wenn dieser allerdings „Hilfe zur Selbsthilfe“ vertritt, so die geläufige Meinung zum Selbstverständnis des Coachs seitens der Fachliteratur und der -verbände, ergibt sich eine erklärungsbedürftige, und damit kritische Situation.
Wie stellt sich „Otto Normalverbraucher“ nun einen Coach vor? Es ist auf jeden Fall jemand, der Erfahrung besitzt und kompetent ist, sowohl fachlich als auch sozial. Zwei Drittel der Befragten schätzen das Alter des Coachs auf 40 Jahre und älter. Die Hälfte kann sich sowohl männliche als auch weibliche Coaches vorstellen. Werden die Laien allerdings aufgefordert, sich den Coach bildlich vorzustellen, beschreiben doppelt so viele einen Mann als Coach als eine Frau. Ein Befund, der von repräsentativen Untersuchungen wie der Marburger Coaching-Marktstudie eindeutig konterkariert wird: Auf dem Markt überwiegen weibliche Coaches.
Gespräch, Beratatung oder Kompetenzvermittlung?
Was genau nun Inhalt der Dienstleistung Coaching sein soll, fällt den Laien allerdings schwer zu beschreiben. Den Besuch beim Coach beschreiben sie mehrheitlich als „Gespräch“. Zu den Methoden zählen für ein Drittel aber auch die Wissensvermittlung. Der Arbeitsansatz sei aber auf jeden Fall praxisorientiert, meinen drei Viertel der Laien. Inhaltlich werden vor allem der Ausbau von sozialen Kompetenzen, aber auch der von Fachwissen genannt. Eine typische Antwort lautet: „Das Problem ist gelöst oder man weiß, was man noch tun muss, um dahin zu gelangen.“ Für drei Viertel der Laien kann ein Coaching mit Blick auf die Ergebnisse Wahrnehmung und Bewusstsein einer Person verändern, insbesondere das Sicherheitsgefühl und das Selbstbewusstsein steigern.
[Quelle: http://www.coaching-report.de]
Unter dem Motto: “Stark sein, bedeutet fühlen können” präsentieren die Autoren Robert Karbiner und Florian Kobler ein Buch über Gefühle und wie Mann dazu kommt, sie anzunehmen, zugänglicher zu haben und auszudrücken. Obwohl der Titel Betriebsanleitung für den Mann vielleicht bei Frauen die Erwartung auslöst, endlich zu erfahren, wie Männer wirklich ticken, ist es eigentlich an Männer gerichtet. Einer der Autoren ist Psychotherapeut, Coach und war der erste Mitarbeiter der Männerberatungsstelle des Landes Oberösterreich. Eine praktisch orientierte, leicht lesbare Handlungs- und Übungsanleitung. Menschen, die Traurigkeit leben sind glücklicher; – Wege zum besseren Selbstbewusstsein, zur Entwicklung von Mitgefühl und Empathie, dem Entgegenwirken von depressiven Tendenzen und dem Zusammenspiel zwischen Gefühlen und dem Körper und deren Manifestation. Auch dem Thema Gewalt, der Entwicklung von Gewaltbereitschaft und Möglichkeiten zur Deeskalation – wenn das emotionale Fass voll ist – sind einige Kapitel gewidmet. Weitere Kapitel befassen sich mit dem Zusammenhang von Schuld, Scham und der Entkopplung durch Übernahme von Verantwortung. Umgang mit Kritik, Wahr- und Ernstnehmen von Gefühlen anderer in Beruf und Partnerschaft sowie Mitarbeitermotivation und Übungen dazu sind ebenfalls Thema dieses Bandes.
10 Regeln des Lebens von Chérie Carter-Scott in Kompaktform:
Regel 1:
Du wirst einen Körper erhalten. Ganz egal, ob du ihn liebst oder hasst – er gehört zu dir dein Leben lang. Also akzeptiere ihn, so wie er ist. Es zählen die inneren Werte.
Regel 2:
Du wirst einige Aufgaben zu lösen bekommen. Das Leben gibt dir jeden Tag die Chance, etwas zu lernen. Diese Lern-Aufgaben sind jeweils speziell für dich gemacht. Sie anzunehmen und gut zu lösen hilft dir, den Sinn deines Lebens zu erkennen und es freudvoll zu gestalten.
Regel 3:
Es gibt keine Fehler, nur Lernchancen. Deine Entwicklung zu mehr Weisheit und Bewußtsein ist ein Prozess von Versuch und Irrtum. Es ist unvermeidlich und Natur gegeben, dass die Dinge nicht immer so klappen, wie du es dir wünschst. Leidenschaft und Vergebung sind das Rezept gegen allzu harte Urteile – gegenüber dir selbst und anderen. Wenn du mit Ethik, Integrität und Humor durchs Leben gehst – und mit der Fähigkeit, auch über dich und deine Mißgeschicke zu lachen – wirst du akzeptieren können, dass “Fehler” einfach Lektionen sind, die es zu lernen gilt.
Regel 4:
Die Lektion wird wiederholt, bis du sie gelernt hast. Was du vielleicht als Probleme, Herausforderungen, Irritationen oder Frustrationen wahr nimmst, sind weitere Aufgaben. Sie werden so lange wiederholt, bis du sie als Chancen begreifst und löst. Dazu ist es notwendig, dass du aufmerksam und flexibel bist. Akzeptiere auch, dass du nicht ein Opfer widriger Umstände bist – sondern dass dir Dinge passieren, weil du so bist, wie du bist. Andere oder “die Umstände” für dein Schicksal verantwortlich zu machen, wäre eine bequeme Ausrede und Flucht. Du allein bist dafür verantwortlich, was dir passiert. Hier ist manchmal Geduld nötig, denn die Dinge ändern sich nicht unbedingt über Nacht.
Regel 5:
Du wirst nie aufhören zu lernen. Während deines ganzen Lebens wird es immer wieder Aufgaben und Lernchancen geben. Gib dich dem Rhythmus des Lebens hin und sträube dich nicht dagegen. Freunde dich mit dem Lernen und der Veränderung an. Sei ehrlich und erkenne deine Schwächen an, sei flexibel und stelle dich auf neue Situationen ein. Wenn du auf Altem beharrst, nimmst du dir die Freiheit neuer Möglichkeiten.
Regel 6:
Woanders ist es nicht besser als hier. Auf der anderen Seite des Zaunes mag das Gras grüner sein. Aber wenn du dorthin gehst, ist das nicht der Schlüssel zur Glückseeligkeit. Sei dankbar für das, was du hast und für den Weg, den du gehst. Schau versöhnlich auf das, was dir vermeintlich fehlt, es würde dich nicht glücklicher machen. Lebe aufmerksam in der Gegenwart und du wirst Frieden finden.
Regel 7:
Andere sind nur ein Spiegel deiner selbst. Du liebst oder hasst Dinge an anderen, die du an dir liebst oder hasst. Sei tolerant und akzeptiere die anderen, so wie sie sind. Entwickle deine Fähigkeit zur Selbstreflexion, damit du deine Gedanken und Gefühle immer besser verstehst. Negative Erfahrungen sind Chancen, alte Wunden bei dir zu heilen. Wenn du andere unterstützt, unterstützt du dich selbst. Gelingt dir das nicht ist das ein Zeichen dafür, dass du deine eigenen Bedürfnisse gerade vernachlässigst.
Regel 8:
Wie sich dein Leben entwickelt, liegt bei dir. Du hast alle Fähigkeiten und Ressourcen, die du brauchst. Was du damit anfängst, liegt bei dir. Übernimm Verantwortung für dich und dein Leben. Wenn du Dinge nicht verändern kannst, lerne los zu lassen. Ärgere dich nicht lange über Unerfreuliches, denn negative Gedanken blockieren deinen Geist. Wir alle haben Kraft und Mut in uns – nutze beides um das zu tun, was richtig und wichtig für dich ist.
Regel 9:
Die Antworten auf deine Fragen sind in dir. Vertraue auf deinen Instinkt, deine innere Stimme, deine Inspiration. Sieh hin, höre zu und vertraue dir.
Regel 10:
Du wirst all dies bei deiner Geburt vergessen. Wir alle werden mit diesem Wissen geboren. Frühe Erfahrungen führen uns dann in eine physische Welt, weg von unserem spirituellen Selbst. So fangen wir an zu zweifeln, werden zynisch, verlieren Glauben und Zuversicht.